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Immer wieder Sonntags..

Mein Alltag in den Sechzigern

Wir wohnten am Rande von Groß-Umstadt. Von unten
die Sicht auf die Weinberge am Hainrich, dem
"Hausberg" des Odenwaldstädtchens. Das aus
Bruchstein gemauerte Haus aus den frühen
Dreißigerjahren (1930) grenzte unmittelbar an Opas
sorgfältig gepflegten riesigen Garten. Dort blühten
vom zeitigen Frühjahr mit den ersten wärmenden und
verwöhnenden Sonnenstrahlen bis spät in den Herbst
die wunderschönsten Blumen und Rosen umrahmt
von Johannisbeersträuchern und Kopfsalat. Endivien,
Rot- und Weißkraut, Kartoffeln, Busch- und
Stangenbohnen rundeten das Bild ab. Einige Hühner
im sauberen Verschlag und Hasen im kleinen Stall,
deren glänzendes Fell von meinem Bruder und mir
sorgsam gepflegt und gestreichelt wurde, waren oft
geduldige Zuhörer, wollte ich mir etwas "von der
Seele" reden.

Früh Aufstehen auch sonntags

Sonntags morgens war meist kurz nach 8.00 Uhr
Aufstehzeit. Anfangs ging es noch über den kleinen
Hof zur Toilette mit Wassereimer, später ab 1966
etwa in ein Bad mit schöner Wanne, Waschtisch und
immer heißem Wasser aus dem elektrischen Boiler.

ein Fahrrad war schon etwas Wertvolles

Vor der Konfirmandenzeit (1967/68) war samstags
oder wenn dieser Tag mit Garten- oder Waldarbeit
(graben, hacken, jäten, Holz schlagen, spalten,
setzen) belegt war, ja, dann war sonntags .Putztaq"
für Schuhe und dass wie eine Preziose behütete
Fahrrad. Dafür war ich schließlich einen ganzen
Sommer lang nach der Schule zum
Zuckerrübenhacken (vereinzeln) und zur Kartoffellese
gegangen. Gleich nach der Schule schnell was essen,
aufs Fahrrad und raus auf die Äcker.

... was entsprechend auch gepflegt wurde...

Blitzblank waren Felgen und Dynamo, sauber der
Rahmen, festgezogen alle Schrauben und Muttern.
Der sonntägliche Wettbewerb lautete "Wer hat die
blankesten gewichsten Schuhe und das sauberste
Fahrrad.

... und ab nach Heubach...

Danach ging es für Opa, gelegentlich auch mit ihm,
Versicherungspolicen für die Volksfürsorge kassieren.
An freien Sonntagen machten wir uns auf zum
Spaziergang und "Streunen". Einer unserer
beliebtesten Wege waren für meinen Bruder und
Freunde der schnelle zügige Gang über den Hainrich
zur Sausteige nach Heubach und zurück über den
Steiner Wald und die Heubacher Hohl in den
Heubacher Weg am Rande der Stadt.

... bis das Mittagessen lockte.

Wir marschierten stramm, mussten wir doch um 12.00
Uhr zu Hause sein, wo Oma unser Lieblingsessen
gekocht hatte: Kotelett in Ei und Paniermehl gewälzt,
Salzkartoffeln und Salat (grüner Salat oder Endivien,
den, niemand so fein schneiden konnte und durfte wie
Opa oder im Winter selbst gestochener Feldsalat).
Allein die Salatsauce von Oma (keine Tütenware) war
so lecker, dass ich oft nur Kartoffeln und "Brühe"
schlemmte und fast das Kotelett vergaß. Nach dem
Essen gönnte sich Opa eine seiner 30 Pfennig
"Brasil", der einzige Luxus den er sich erlaubte, waren
da doch zwei halbwüchsige Burschen ohne Eltern
durchzubringen - ohne staatliche Unterstützung.

Küchendienst war allerdings nicht sehr beliebt.

Wir Jungens halfen meist murrend in der Küche und
ich zog es vor mich freiwillig zum "Abstauben" im
Wohnzimmer zu melden.

Nach dem Sonntagsnachmittags -Spaziergang lockt eine Limo.

Fein herausgeputzt mit Sonntagsgarnitur (Hemd,
Hose und Jacke waren nur für sonntags reserviert)
ging es nachmittags zum Spaziergang. Gelegentlich
war das Schützenhaus in der Wächtersbach unser
Ziel. Da wussten wir, es gibt eine Limo, vielleicht auch
zwei, denn Onkel Georg und Tante Ria
bewirtschafteten das Vereinslokal.

Im Sommer gings ins Freibad

Im Sommer war jedoch kein Halten, da hatte ich dank
Jahreskarte eine Dauerbelegung im Umstädter
Schwimmbad an der Höchster Straße.

Der Abend... alle in der Familie sind zusammen.

Am Abend saßen alle beim Abendbrot in der
Wohnküche wieder zusammen. Um
20.00 Uhr war die Tagesschau angesagt, danach
letzte Vorbereitungen für den nächsten Schultag
(Ranzenkontrolle mit Büchern, Heften und
Hausaufgaben). Blieb noch Zeit, wurde Karl May
gelesen, spielte Opa mit uns Brettspiele oder Karten.
Spätestens zwischen 21.30 und 22.00 Uhr gingen
mein Bruder und ich zu Bett in unserem 10m2 großen
Zimmer, das wir uns teilten mit Schrank und kleinem
Schreibtisch. Wir erzählten uns danach noch
Geschichten und er, der Ältere, ängstigte mich hin
und wieder mit Gruselgeschichten.

 

Bürgersprechstunde zum Reinheimer Markt

Bürgermeister Hartmann lädt ein zur Bürgersprechstunde am Reinheimer Markt
Haben Sie Anregungen? Bedrückt Sie etwas? Oder
möchten Sie sich Gehör verschaffen? 
Termine für die Bürgersprechstunde können Sie mit dem Vorzimmer des
Bürgermeisters unter der 06162/805-25 oder unter vorzimmer(at)reinheim.de
vereinbaren.

 

Einer aus Reinheim für Reinheim

Die gesamte Broschüre können Sie

unter Downloads herunterladen. 

 

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